Kommen die Bewerber gern zu Ihnen?

Kommen die Bewerber gern zu Ihnen?

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Im letzten Beitrag ging es ja um das Thema Recruiting und wie Unternehmen ihre Bewerbersuche passgenau machen können.

Heute will ich mich dem Thema Recruiting mal aus der Sicht der Bewerber nähern.

Inspiriert dazu wurde ich durch meinen Freundes- und Bekanntenkreis, in dem einige in letzter Zeit aktiv auf Jobsuche waren.

 

Inzwischen hat ja die postalische Bewerbung fast ausgedient. Immer mehr Unternehmen bedienen sich verschiedener Bewerber-Management-Systeme und man kann sich nur noch darüber bewerben.

Die Erfahrungen, die meine Bekannten damit gemacht haben, waren sehr durchwachsen.

Bewerber-Management-Systeme können abschrecken!

Zum Beispiel wurde eine konkrete Stelle in Dresden ausgeschrieben, bewerben musste man sich dafür online beim Unternehmensverbund in Köln. Rückfragen zu der Stelle waren nicht möglich, in Köln wusste man dazu nichts Genaues und die Kontaktdaten in Dresden waren nicht angegeben. Mein Bekannter hatte trotzdem sich in Dresden zu dem verantwortlichen Leiter durchgefragt, der dann gar nicht wusste, dass er einen Mitarbeiter sucht.

Andere Bewerberfragebögen waren sehr umfangreich und es wurden detaillierte Fragen gestellt, die auch zwingend beantwortet werden mussten, um die Bewerbung überhaupt abschicken zu können. Nicht jeder möchte allerdings bei einem Erstkontakt alles von sich preisgeben und schon gar nicht im Internet (Datenschutz hin oder her).

Bei vielen Bewerbungen war es einfach so, dass man außer einer Eingangsbestätigung nie wieder etwas davon hörte. Nicht einmal eine Absage gab es noch. Das ist schon ziemlich frustrierend.

 

Das kann man als Unternehmen deutlich besser machen. Inzwischen gibt es wirklich tolle Systeme und Programme auf dem Markt, die Ihre Bewerbersuche unterstützen.

 

Bevor Sie jetzt allerdings loslaufen und sich ein solches System zulegen, denken Sie erst einmal an Ihre Unternehmensvision und an Ihre Ziele. Sie haben doch sicherlich welche.;-) Wenn nicht, lesen Sie hier, wozu eine Vision wichtig ist: Haben Sie schon Visionen?

Wieso brauchen Sie eine Vision für die Mitarbeitersuche?

Ganz einfach! Wenn es Ihr Ziel ist, in 5 Jahren bundesweit Führungskräfte an Großunternehmen zu vermitteln, benötigen Sie eine andere Rekrutierungsstrategie als wenn Sie in 5 Jahren mit Ihrem Unternehmen der Erstlieferant für die regionale Lager- und Logistikbranche sein wollen.

Überlegen Sie:

  • welche Bewerber Sie ansprechen wollen
  • wie viele Bewerber Sie überhaupt benötigen
  • wo und wie Sie diese am besten erreichen
  • wie Sie mit den Bewerbungen umgehen möchten
  • wie viel Sie automatisieren wollen
  • welchen Raum persönliche Gespräche einnehmen werden usw.

Sie sollten sich auch Gedanken um folgende Dinge machen:

Wie erreichen Sie die Bewerber, die sich weigern, ihre Daten und Zeugnisse ins Internet hochzuladen? Oder diejenigen, die keinen PC besitzen bzw. nicht wissen, wie sie so ein Formular ausfüllen sollen? (Das kommt, besonders im Hilfskräftebereich, durchaus vor.) Wollen Sie diese möglichen Mitarbeiter von vornherein ausschließen?

Was machen Sie mit den Bewerbern, die ohne Termin einfach so in Ihre Niederlassung marschieren und sich jetzt gleich bewerben wollen? Schicken Sie diese wieder weg mit dem Hinweis, dass sie sich bitte ausschließlich online über Ihr Bewerbersystem bewerben sollen? Wie hoch sind die Chancen, dass derjenige das tut?

Vielleicht lassen Sie diese Bewerber sich in ihrer Niederlassung in Ihr System eintragen?

Oder Sie nutzen die Gelegenheit, sprechen direkt mit den Bewerbern und entscheiden gleich, ob diese für die angebotene Stelle in Frage kommen?

Bei uns im Unternehmen kam es öfter vor, dass wir passende Bewerber, die zufällig ins Büro kamen und auf Jobsuche waren, direkt am selben Tag noch eingestellt haben. Gerade im Hilfskräftebereich sind die Kundenanfragen meist sehr kurzfristig und verlangen eine schnelle Mitarbeitersuche. Wenn wir da erst gewartet hätten, bis diejenigen sich über unser Bewerbersystem melden, wäre der Auftrag weg gewesen.

Bewerber-Management-Systeme können helfen!

Sie müssen sie nur richtig nutzen.

Es ist klar, dass besonders bei größeren Unternehmen die Bewerberzahlen sehr hoch sind und man ein System braucht, um die Datenmengen zu sammeln und vernünftig zu verwalten.

Allerdings bringt Sie die beste Software nicht weiter, wenn Sie über das Sammeln und Kategorisieren den eigentlichen Dialog mit den Bewerbern vergessen.

Wenn sich ein Bewerber die Mühe macht und mehrere Seiten Bewerbungsformulare ausfüllt, seine Daten und Zeugnisse hoch lädt, dann erwartet er auch eine vernünftige Antwort. Aber bis auf die maschinell verschickte Eingangsbestätigung hört er nichts mehr. Weder ob er auf die Stelle passt oder ob er eventuell für eine andere Stelle geeignet ist, ob die Stelle nun schon besetzt wurde oder der Auswahlprozess noch im Gang ist usw. Das nächste, was die meisten wieder hören, ist nach ca. einem Jahr die wiederum maschinelle Nachricht, dass ihre Bewerbung jetzt aus dem System gelöscht wird.

Das vermittelt einem das Gefühl, dass die ausgeschriebene Stelle nie wirklich existiert hat, sondern es dem Unternehmen nur um das Sammeln von Daten geht und man lediglich eine Nummer ist.

Glauben Sie, dieser Bewerber wird sich noch einmal die Mühe machen und auf eine neue Stellenanzeige von Ihnen wieder bewerben oder gar Ihr Unternehmen an andere Arbeitssuchende weiterempfehlen?

Dazu ein Zitat aus einem aktuellen Artikel von Inga Rottländer von Stepstone bei der Haufe Online Redaktion:

„Wer ein passendes Stellenangebot findet und es gewohnt ist, alles bequem mit seinem Smartphone zu erledigen, stellt sich zu Recht folgende Fragen: Warum soll ich mir die Mühe machen, mich für die Bewerbung zu Hause an meinen Desktop-PC zu setzen, um die Felder eines langen Bewerbungsformulars auszufüllen? Warum sollte ich hinnehmen, durchschnittlich vier Wochen lang auf ein erstes Feedback des rekrutierenden Unternehmens zu warten?

Tatsächlich sind immer weniger Kandidaten bereit, umständliche Bewerbungsprozesse hinzunehmen. Ergebnisse der StepStone-Trendstudie 2016 zeigen, dass 41 Prozent der Fachkräfte in Deutschland von einer Bewerbung absehen, wenn der Prozess zu kompliziert ist. Rund ein Fünftel (23 Prozent) verzichtet auf eine Bewerbung, wenn die Nutzung eines Online-Formulars vorausgesetzt wird. Eine Studie der Digitalagentur Wollmilchsau ergab, dass nur 20 Prozent derjenigen Jobsuchenden, die beim mobilen Bewerbungsversuch enttäuscht wurden, die Bewerbung zu einem späteren Zeitpunkt am Laptop oder Desktop nachholen. 80 Prozent der potenziellen Bewerber gehen verloren. Gerade hoch qualifizierte und entsprechend selbstbewusste Fachkräfte, die in fester Anstellung sind, überlegen es sich unter solchen Umständen noch einmal mit einer Bewerbung. „

In diesem Artikel von Inga Rottländer ging es zwar speziell um das Thema Mobile Recruiting, die Ergebnisse der Studien zeigen aber deutlich, wie wichtig es ist, unkomplizierte und schnelle Bewerbungswege anzubieten und als Unternehmen auch zeitnah darauf zu reagieren.

 

Wie sieht es mit Ihren Rekrutierungsstrategien aus? Berücksichtigen diese schon optimal die Bedürfnisse Ihrer Bewerber? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!

 


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