Arbeiten Sie noch in Ihrem oder schon an Ihrem Unternehmen?

Arbeiten Sie noch in Ihrem oder schon an Ihrem Unternehmen?

Rennauto

Geht es Ihnen auch so? Sie kommen morgens ins Büro und da blinkt schon der Anrufbeantworter des Telefons, das E-Mail-Postfach quillt über, ein Mitarbeiter steht mit einem Problem vor der Tür und Sie stürzen sich sofort in die Arbeit. Sie telefonieren mit Kunden, Sie sprechen mit Mitarbeitern, Sie fahren mal schnell einen zu spät gekommenen Mitarbeiter zum Kunden raus, Sie machen Akquise, kümmern sich um die Buchhaltung und um Ihre Disponenten.

So arbeiten Sie 60-70 Stunden die Woche und sind eigentlich immer in Gedanken bei der Firma. Wirklich reich geworden sind Sie zwar noch nicht. Und Urlaub? Was war das nochmal?

Aber so ist das eben, denken Sie.

Selbständigkeit bedeutet “selbst und ständig”!

Mal ganz ehrlich, haben Sie sich so Ihre Selbständigkeit vorgestellt?  Wollten Sie nicht eigentlich die Dinge anders machen, neue Ideen entwickeln, Spaß an der Arbeit haben und endlich auch den angemessenen Teil des Geldes verdienen, das Sie mit Ihrer Arbeit erwirtschaften? Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sollte doch eigentlich viel besser werden.

Stattdessen hängen Sie im Tagesgeschäft fest wie als Angestellter und dazu kommt noch die Verantwortung für die Firma als Ganzes. Jeder will was von Ihnen, Finanzamt, Sozialversicherungsträger, Berufsgenossenschaft und andere stellen immer neue Forderungen. Sie sind der Meinung, dass Sie ständig erreichbar sein müssen und dass Ihr Unternehmen untergeht, wenn Sie nicht permanent hart arbeiten und alles im Griff haben.

Wie reagieren Sie auf neue Anforderungen?

Mit noch mehr Arbeit? Sind Sie nicht eigentlich schon an den Grenzen Ihrer Belastbarkeit angekommen? Wie viele  Jahre wollen Sie das noch durchhalten?

Es ist eine große Herausforderung, vor der viele Gründer und Inhaber von Unternehmen stehen und nicht nur in der Personaldienstleistung. Nämlich die Entwicklung von der Fachkraft und dem Manager hin zum Unternehmer zu meistern.

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen am Anfang stehen, ist es ganz normal und auch sinnvoll, vieles selbst zu machen. Schließlich sind Sie ein Experte für Personaldienstleistungen, Sie wissen, wie man akquiriert, wie man Bewerber sucht und Mitarbeiter einstellt. Einige Kunden kennen Sie wahrscheinlich schon und natürlich betreuen Sie diese am Anfang persönlich. Ich empfehle den Gründern auch, am Anfang sich mit allen Bereichen (auch mit dem Rechnungswesen und der Buchhaltung) zu beschäftigen und diese Dinge teilweise selbst zu erledigen. Einfach damit sie die Abläufe in ihrem Unternehmen kennen und verstehen lernen, damit sie sehen können, wo Optimierungsbedarf besteht, später entsprechende Mitarbeiter anleiten und die Arbeiten kontrollieren können.

Am Anfang ist es vielen Selbständigen erst einmal wichtig, dass sie ihre Idee ans Laufen kriegen, dass Umsätze generiert werden und dass der Break-Even-Point erreicht wird.  Da ist es auch normal, dass man 70 Stunden in der Woche arbeitet. Bis dahin machen das fast alle Selbständigen richtig. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem Sie sich selbst weiterentwickeln müssen vom Fachmann hin zum Unternehmer. Nur so kann Ihr Unternehmen weiter wachsen und Sie mit ihm.

Mal Hand aufs Herz, mit welchen Aufgaben verbringen Sie täglich Ihre meiste Zeit? Mit Fachaufgaben (z.B. Vertrieb, Mitarbeiterrekrutierung, Auftragsbesetzung), mit Managementaufgaben (z.B. Anleitung und Kontrolle der Disponenten, Organisation der Abläufe im Unternehmen) oder tatsächlich mit Unternehmeraufgaben (z.B. Aufbau einer klaren Marktpositionierung, Entwickeln der passenden Unternehmensstrategie, Aufbau neuer Geschäftsfelder, Weiterentwickeln der eigenen Persönlichkeit und und und)?

Unternehmer zu werden ist wie einen neuen Beruf zu erlernen.

Die wenigsten sind geborene Unternehmer. Die meisten Selbständigen gründen als Fachmann ihre eigene Firma und arbeiten dann weiter wie sie es als Angestellte gewöhnt sind. Sie verpassen den Umstieg zum Unternehmer. So werden sie zur Wachstumsbremse ihres eigenen Unternehmens.

Viele bauen ihr Unternehmen nur auf ihrer eigenen Person auf. Sie sind der Ansprechpartner für die Kunden und Mitarbeiter, sie allein kennen die Geschäftszahlen und ohne sie läuft nichts. Das ist ganz fatal, denn was ist, wenn sie plötzlich ausfallen?

Ich weiß schon, Sie sagen jetzt: “Das passiert mir nicht”. Aber stellen Sie sich diese Situation einmal vor. Sie erleiden unverschuldet einen schweren Auto-Unfall und müssen für Wochen und Monate ins Krankenhaus und in die Reha. Es geht Ihnen so schlecht, dass Sie nicht  telefonieren oder sonst wie Kontakt halten können. Was passiert da mit Ihrem Unternehmen? Läuft es weiter wie bisher und wirft Gewinne ab? Oder bricht das Chaos aus und alles geht den Bach runter? Wenn das zweite zutrifft, ist das ein sicheres Zeichen, dass Sie noch nicht genug Unternehmer sind.

Denn ein richtiger Unternehmer stellt sein Unternehmen so auf, dass es auch ohne ihn funktioniert!!!

Ich weiß, das ist für viele nicht vorstellbar. Viele haben den Gedanken, dass ein Unternehmer sozusagen “die Mutter bzw. Vater der Kompanie” sein muss. Immer bereit, sich um alles zu kümmern, immer für alle ein offenes Ohr zu haben. Das heißt ja nicht, dass Sie sich völlig vom Tagesgeschäft abschotten sollen oder nicht mehr mit Ihren Kunden und Mitarbeitern reden dürfen. Sie sollen Ihr Unternehmen nur so organisieren, dass es auch ohne Ihr Zutun läuft.

Der Gedanke, dann eigentlich “überflüssig” zu sein, schmerzt viele Unternehmer und hält sie davon ab, diesen Weg zu gehen.

Dabei ist das nicht nur wichtig in Bezug auf Ihren möglichen Ausfall. Auch wenn Sie später einmal einen Bankkredit brauchen oder Ihr Unternehmen gewinnbringend verkaufen wollen, steht die Frage nach der Unabhängigkeit des Unternehmens von der Person des Inhabers sehr weit vorn. Wenn Ihr Unternehmen nur mit Ihnen steht und ohne Sie fällt, ist es für andere (auch für die Bank) praktisch wertlos und das unabhängig davon, wie viel Umsatz Sie aktuell machen. Das heißt, Sie bekommen keinen Kredit oder nur zu sehr schlechten Konditionen bzw. können Ihr Unternehmen nicht verkaufen.

Unternehmer zu werden und zu sein bedeutet auch Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Kümmern Sie sich um Ihre Gesundheit, schaffen Sie sich Raum zum Regenerieren und Auftanken. Bekommen Sie Ihren Kopf frei, um den Überblick zu behalten und sich nicht in Kleinigkeiten zu verzetteln. Arbeiten Sie kontinuierlich an sich, bilden Sie sich weiter, tauschen Sie sich mit anderen Unternehmern aus. Denken Sie nicht, Sie wüssten schon alles. Schauen Sie über Ihren Tellerrand. Man kann immer etwas dazu lernen.

Wie weit sind Sie schon auf dem Weg zum Unternehmer gekommen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

 


 

In den nächsten Wochen dreht sich hier im Blog alles um das Thema Unternehmer werden und sein.

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