Ausbildung von Personaldienstleistungkaufleuten

Ausbildung von Personaldienstleistungkaufleuten

– was Sie beachten müssen und Ihre Vorteile

Ausbildung

Sicherlich erinnern Sie sich noch, wie Sie zu einem Job in der Zeitarbeitsbranche gekommen sind, oder? Bis vor wenigen Jahren, war der Weg dorthin alles andere als einheitlich. Es gab keine „klassische Ausbildung“ zum Personaldisponenten oder Niederlassungsleiter, die auf die kommenden Aufgaben vorbereitete. Das änderte sich, als die Ausbildung zum Personaldienstleisungskaufmann/Personaldienstleisungskauffrau eingeführt wurde.

Im entsprechenden Ausbildungsrahmenplan finden sich daher vor allem typische Themen wie Personalgewinnung, Personaleinsatz oder Auftragsakquisition und Auftragsdurchführung wieder. Was zuvor in umfangreichen unternehmensinternen Schulungen vermittelt wurde, hatte nun Einzug in die Klassenzimmer der Berufsschulen gefunden.

Lohnt es sich überhaupt auszubilden?

Immer wieder wird hinsichtlich der Ausbildungskosten die Frage gestellt, ob es sich überhaupt „lohnt“ auszubilden. Beurteilen muss das jeder (potentielle) Ausbildungsbetrieb für sich selbst.

Allerdings dürfen bei einer Betrachtung der Kosten nicht nur die Ausbildungsvergütung und Lohnnebenkosten Beachtung finden, sondern es müssen wie bei jedem anderen Arbeitnehmer auch die Erträge berücksichtigt werden, die der Auszubildende erwirtschaftet. Genau das ist jedoch für viele Ausbildungsbetriebe oftmals nicht im Detail nachvollziehbar.

Bei Ihren externen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wissen Sie das meist ganz genau. Verfolgen Sie das jedoch gleichermaßen bei Ihren internen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen oder gar den (künftigen) Auszubildenden so genau nach?

Doch es gibt noch weitere Punkte, die für eine Berufsausbildung sprechen, denn auch wenn es das Tagesgeschäft eines Personaldienstleisters ist, geeignetes Personal zu finden, so ist es gerade im internen Bereich nicht immer leicht. Die Suche nach einem geeigneten Personaldisponenten oder einer passenden Personaldisponentin, kann mitunter ziemlich nervenaufreibend, kostenintensiv und langwierig sein.

Ziehen Sie sich Ihre Fachkräfte doch kurzerhand selbst groß. Gerade bei kleineren Dienstleistern oder persönlich geführten Niederlassungen können die Auszubildenden von Anfang an aktiv in das Tagesgeschäft eingebunden werden und viel dabei lernen.

Als Ausbildungsbetrieb…

  • profitieren Sie von den neuen Ideen die der Auszubildende, zum Beispiel aus der Berufsschule, in den Betriebsablauf einbringt
  • senken Sie die Kosten für die Beschaffung und Einarbeitung von neuen Mitarbeitern
  • minimieren Sie das Risiko der Fehlbesetzung einer Stelle
  • stärken Sie Ihr Image als attraktiver Arbeitgeber
  • haben Sie am Ende der Ausbildungszeit einen qualifizierten Mitarbeiter oder eine Top-Mitarbeiterin in Ihrem Team.

Wer darf eigentlich ausbilden?

Grundsätzlich darf jeder Betriebsinhaber Auszubildende einstellen. Allerdings nur solange keine Gründe vorliegen, die eine Beschäftigung ausschließen würden. Das Berufsbildungsgesetz macht hierbei die Berechtigung zum Einstellen und Ausbilden von verschiedenen Voraussetzungen abhängig.

Der Ausbildende, also der Ausbildungsbetrieb oder der Betriebsinhaber, ist aber nicht zwangsläufig derjenige der die Ausbildung auch durchführt – das ist die Aufgabe des Ausbilders oder der Ausbilderin. Ein Ausbilder muss, um ausbilden zu dürfen, persönlich sowie fachlich geeignet sein. Die fachliche Eignung der Ausbildung wird in der Regel durch die Ausbildereignungsprüfung nachgewiesen. Umgangssprachlich wird gerne auch vom „Ausbilderschein“ gesprochen.

Allerdings dürfen Sie nach bestandener Prüfung nicht automatisch ausbilden. Die notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die persönliche Eignung prüft die zuständige Stelle (Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, etc.).

Um als Betrieb zur Ausbildung geeignet zu sein, müssen vorab einige Punkte beachtet werden:

  • es muss die Ausbildungsordnung für jeden Beruf vorliegen in dem ausgebildet werden soll
  • ein betrieblicher Ausbildungsplan muss durch den Betrieb geführt werden. Informationsmaterial sowie die Vordrucke für den Berufsausbildungsvertrag erhalten Sie bei Ihrer IHK vor Ort.
  • für die Ausbildung müssen Art und Umfang der Produktionsstätte geeignet sein. Im Rahmen einer kaufmännischen Ausbildung sind die meisten Büroräume ohnehin so ausgestattet, dass dieser Punkt gewährleistet ist.
  • in spezialisierten Betrieben (z.B. im Handwerk) wird die Vollausbildung durch Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte gewährleistet. Sollten Sie bestimmte Ausbildungsinhalte in Ihrem Unternehmen nicht vermitteln können, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem Auszubildenden diese Inhalte außerhalb der Ausbildungsstätte beizubringen. Das ist zum Beispiel bei einer außer- oder überbetrieblichen Ausbildung der Fall.
  • ein angemessenes Verhältnis zwischen Zahl der Auszubildenden und Fachkräften muss gegeben sein. Für 1-2 Auszubildende wird somit ein Ausbilder oder eine Ausbilderin benötigt.

Lassen Sie sich jedoch von dieser Aufstellung nicht abschrecken, in der Praxis sind die meisten Punkte wesentlich besser und einfacher zu erfüllen, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Was erwartet mich in der Ausbildereignungsprüfung?

Die AEVO Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil und einem praktischen Teil. Die schriftliche Prüfung dauert maximal 180 Minuten. Dabei sind fallbezogene Aufgaben, aus allen vier Handlungsfeldern zu bearbeiten und das je nach prüfender Stelle entweder ganz traditionell in Papierform oder PC-gestützt.

Der praktische Prüfungsteil umfasst maximal 30 Minuten und besteht aus zwei Teilen: Einer Präsentation oder der praktischen Durchführung einer berufstypischen Ausbildungssituation (15 Minuten) und einem Fachgespräch (15 Minuten).

Die Anforderungen an einen schriftlichen Unterweisungsentwurf bzw. an die Ausarbeitung einer Präsentation sowie der Abgabetermin variieren von einer Kammer zur anderen.Bereits die Anforderungen an das Konzept können manchmal sehr unterschiedlich sein. Vereinbaren Sie deshalb am besten direkt bei Ihrer Anmeldung für einen Prüfungstermin zusätzlich einen Gesprächstermin bei dem Prüfungsberater der prüfenden Stelle. So erfahren Sie die detaillierten Anforderungen der jeweiligen IHK.

 

Wie Sie sehen, ist das alles gar nicht so schwer, oder? Auszubilden könnte auch für Sie ein Weg sein, passende interne Mitarbeiter zu finden und zu an Ihr Unternehmen zu binden. Bis zum Start des kommenden Ausbildungsjahres ist jetzt noch Zeit, um alles zu planen und vorzubereiten. Nun ist genau der richtige Zeitpunkt um damit zu beginnen.


 

Melanie Guth ist die Gründerin von AEVO Online. Durch E-Learning und mit individuellen Kursen für Ausbilder und Ausbilderinnen bereitet Sie auf die Ausbildereignungsprüfung vor und unterstützt danach bei den Herausforderungen des Ausbildungsalltags. Mehr Informationen unter www.aevo-online.com

 


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Ein Kommentar zu Ausbildung von Personaldienstleistungkaufleuten

  1. Vielen Dank Melanie für Deinen aufschlussreichen Beitrag. Er trägt zur Klärung von vielen Fragen bei, die die Voraussetzungen eines Unternehmens für eine Ausbildung betreffen. Es wäre toll, wenn sich noch mehr Unternehmen zur Ausbildung entschließen könnten.

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