8 Punkte, die Sie vor Gründung einer Zeitarbeitsfirma beachten sollten!

8 Punkte, die Sie vor Gründung einer Zeitarbeitsfirma beachten sollten!

Gründung einer Zeitarbeitsfirma

 

Sie haben bereits einige Zeit als Disponent oder Niederlassungsleiter in der Zeitarbeit gearbeitet und fragen sich immer öfter, ob es nicht langsam Zeit wird, Ihr eigenes Unternehmen aufzubauen. Da könnten Sie Ihre Arbeit nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten, Ihren Umgang mit Kunden und Mitarbeitern pflegen und auch die Früchte Ihrer Arbeit ernten. Oft müssen sie jetzt Dinge tun, die Ihren Vorstellungen zuwiderlaufen oder Ihre erfolgreiche Arbeit lässt nur das Konto Ihres Arbeitgebers wachsen, aber nicht Ihres. Aber wo sollen Sie anfangen und was sollten Sie im Vorfeld beachten?

In dieser zweiteiligen Blog-Reihe gehe ich auf wesentliche Punkte ein, über die Sie sich vor der Gründung einer Zeitarbeitsfirma Gedanken machen sollten. Heute geht es um eigene Erfahrungen, Marktanalyse, Positionierung und Kosten. In der nächsten Woche dreht sich alles um die Preisgestaltung, interne Mitarbeiter, das leidige Thema Buchhaltung und um den Aufbau einer Arbeits- und Büroorganisation.

Also legen wir los:

  1. Ihre beruflichen Erfahrungen in der Zeitarbeit

Als erstes sollten Sie sich Ihre Erfahrungen, Ihr Wissen, Können und Ihre Stärken bewusst machen. Was können Sie in welchen Bereichen gut und wo sehen Sie noch Wissenslücken (Akquise und Vertrieb, Mitarbeiterführung, Bewerbersuche, Administration, Kostenrechnung, Buchführung, Führung interner Mitarbeiter, Büroorganisation, Führen einer Niederlassung …).

Wie und wo können Sie sich das fehlende Wissen aneignen (firmeninterne oder externe Weiterbildungen, Übernahme dieser Aufgaben in Ihrer täglichen Arbeit usw.)? Was machen Sie besonders gern, was eher nicht so?

In welchen Branchen sind Ihre Kunden tätig? Welche Mitarbeiter (Hilfskräfte, Facharbeiter, Kaufleute, Ingenieure) haben Sie bisher vermittelt? Sind Ihre Kundenkontakte so gut, daß zumindest einige davon zu Ihrem Unternehmen wechseln würden?

Hatten Sie selbst schon Umsatz- und Ergebnisverantwortung? Haben Sie selbst eine Umsatzplanung erstellt oder wurde diese vorgegeben?

Diese Fragen sind wichtig, um Ihre Ausgangslage zu bestimmen, auf der Sie aufbauen können.

  1. Marktanalyse vor Gründung einer Zeitarbeitsfirma

Ganz wichtig ist vorab eine gründliche Marktanalyse. Dazu sollten Sie nicht nur mögliche Kundenunternehmen betrachten, sondern auch den Bewerber- und Mitarbeitermarkt sowie Ihre Mitbewerber, die schon vor Ort sind.

Erstellen Sie eine Liste mit den in Frage kommenden Firmen, recherchieren Sie Firmen- und Kontaktdaten. Das ist bereits der Grundstock für Ihre spätere Kundendatenbank.

Sie wissen ja schon, daß Sie auf zwei Seiten akquirieren müssen, auf der Kunden- und Mitarbeiterseite. Zu meiner Zeit hieß das gefürchtete Wort CNC-Dreher. Da konnte man jeden Tag 3-4 Aufträge dafür reinholen, aber kein halbwegs qualifizierter Mitarbeiter war weit und breit zu finden. Was ich damit sagen will? Es nützt Ihnen nichts, Aufträge zu akquirieren, für die Sie dann keine Bewerber haben.

Welche Berufsschulen, Fach- und Hochschulen gibt es in der Nähe, wie ist die Zusammenarbeit mit Umschulungsinstituten und dem Arbeitsamt?

Wie sehen die Arbeitslosenzahlen aus?

Wie schätzen Sie die Chancen aus Ihrer Erfahrung als Angestellter in dieser Branche ein, genügend geeignete Bewerber und Mitarbeiter zu finden? Welche vorhandenen Kontakte können Sie nutzen?

Wie gut sind die potentiellen Kunden zu erreichen? Funktioniert der öffentliche Nahverkehr?

Genauso müssen Sie schauen, was Ihre Mitbewerber anbieten. Wollen Sie der Zehnte sein, der Hilfskräfte im Angebot hat oder vielleicht der erste, der sich auf eine bestimmte Branche oder Berufsgruppe spezialisiert hat?

Haben die Konkurrenten sich auf spezielle Sparten oder Branchen konzentriert? Welche Zusatzangebote (wenn überhaupt) versprechen diese?

Wie sprechen diese die Bewerber an? Was bieten sie ihren Mitarbeitern?

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die gültigen Tarifverträge und finden Sie heraus, welche Löhne die Konkurrenzunternehmen zahlen. Viele Arbeitssuchende bewerben sich bei mehreren Personaldienstleistern. Wenn Sie dann mit Ihren Löhnen an der unteren Grenze liegen, werden sich die Bewerber wahrscheinlich nicht für Sie entscheiden.

Führen Sie die Marktanalyse wirklich sorgfältig durch. Diese ist der Grundstein für Ihr erfolgreiches Unternehmen! Wenn Sie hier “schlampen”, rächt sich das später.

  1. Ihre Positionierung

Aus Ihren persönlichen beruflichen Erfahrungen, Ihren Stärken und der gründlich durchgeführten Marktanalyse bauen Sie Ihre Positionierung auf. Welche Branchen und Kunden wollen Sie bedienen, was genau wollen Sie Ihren möglichen Kunden und zukünftigen Mitarbeitern anbieten? Warum sollten diese sich für Sie und Ihr Unternehmen entscheiden und nicht für den bereits etablierten Wettbewerb?

Wie können Sie sich von der Konkurrenz unterscheiden? Dies ist nicht einfach in dieser Branche, in der doch vieles über den Preis geregelt wird. Doch für Sie als Selbständiger hat der Preiskampf eine bestimmte Untergrenze, nämlich die der Kostendeckung. Sie können nicht unendlich an der Preisschraube drehen. Also müssen Sie sich etwas anderes einfallen lassen, um sich von Ihren Konkurrenten abzuheben.

Nehmen Sie sich Zeit, um passende Angebote für Ihre Zielgruppe zu entwickeln. Orientieren Sie sich dabei am Kundennutzen. Welche Probleme hat Ihr Kunde, was braucht er zur Lösung dieser und wie kann Ihre Dienstleistung dabei helfen und warum ist diese besser als beim Wettbewerb?

Stellen Sie sich nicht zu breit auf. Ein Anbieter für alles und jeden zu sein lässt Sie in der Masse untergehen. Eine eindeutige Positionierung bringt Ihnen einen besseren Wiedererkennungswert und damit mittel- und langfristig stabilere Geschäftsbeziehungen.

Auch Ihre Standortwahl, Ihr Außenauftritt und Ihre Werbemaßnahmen sind abhängig von Ihrer Positionierung.

  1. Ihre Kosten

Ein Zeitarbeitsunternehmen zu gründen ist eine kostenintensive Angelegenheit. Man unterscheidet zwischen den einmaligen Kosten, die mit der Gründung anfallen und den regelmäßigen Kosten, die jeden Monat fällig werden.

Zu den einmaligen Kosten gehören:

– die Gründungskosten

(Notarkosten, Eintragungen ins Handelsregister, Gewerbeanmeldungen, Kosten für die erste befristete Erlaubnis und diverse dafür benötigte Bescheinigungen, eventuell Beratungskosten)

– die Einrichtungskosten

(Maklergebühren und Kaution für das Büro, Büromöbelausstattung, Anschaffung der Hardware (PC, Server, Drucker, Telefone, Fax, Kopierer) und Software, Erstellen einer Website, Entwerfen von Geschäftspapieren, Visitenkarten und Flyern, Grundausstattung Büromaterial)

Zu den regelmäßigen Kosten gehören:

  • Miete + Nebenkosten Büro
  • Telefon/Porto/Büromaterial
  • Werbekosten
  • Kfz-Kosten
  • Versicherungen
  • Schutzausrüstung Mitarbeiter
  • interne Löhne/Gehälter
  • eigenes Gehalt
  • Sonstiges (Putzdienst, Steuerberater, GEZ-Gebühren, Getränke fürs Büro …)
  • Reserve für Unvorhergesehenes

Machen Sie eine Aufstellung, was Sie monatlich für Fixkosten haben werden. Wahrscheinlich werden Sie noch keine genauen Zahlen kennen, dann orientieren Sie sich an vergleichbaren Dingen (z.B. Mietpreise für ähnlich große Geschäftsräume) oder fragen Sie z.B. bei Versicherungen an, was diese für Ihren Fall kosten würden.

Auch wenn man sehr sparsam ist, kommt da schnell ein 5- stelliger monatlicher Betrag zusammen. Diesen müssen Sie ab dem ersten Tag Ihres Unternehmens finanzieren, auch wenn Sie noch keine externen Mitarbeiter und keine Umsätze haben. Sie müssen sich also ein dementsprechendes Startkapital beschaffen. Und dann so schnell wie möglich kostendeckende Umsätze generieren, was natürlich zur Folge hat, daß zu den monatlichen Kosten noch die Löhne, Auslösen und Sozialversicherungsbeiträge für die externen Mitarbeiter dazu kommen.

Was sind aber kostendeckende Umsätze?

Brauche ich gleich am Anfang interne Mitarbeiter?

Wie läuft das mit der Buchhaltung?

Wozu ist eine Arbeits- und Büroorganisation notwendig?

Antworten auf diese Fragen gibt es nächste Woche im zweiten Teil der Blog-Reihe. Ich freue mich, wenn Sie dann wieder dabei sind.


 

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