Schaufeln Sie auch immer wieder Kohle?

Schaufeln Sie auch immer wieder Kohle?

Heizer

Erinnern Sie sich noch, mit welchen Vorstellungen Sie in Ihre Selbständigkeit gestartet sind? Welche Ziele wollten Sie erreichen, wie viele Kunden und Mitarbeiter haben, was wollten Sie alles besser machen als Ihre bisherigen Chefs? Haben Sie sich ausgemalt, wie Sie Ihr erfolgreiches Unternehmen führen, wie Sie im Wirtschaftsleben anerkannt sind und wie die Konkurrenz ein wenig neidisch auf Sie schaut? Oder wie Sie motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter an zufriedene Stammkunden überlassen und genug Geld verdienen, um gut davon leben zu können?

Haben Sie diese Ziele erreicht? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch. Sie sind auf einem guten Weg!

Wenn Sie allerdings, wie viele andere, Ihre Ziele zwischenzeitlich etwas aus den Augen verloren haben oder diese ganz untergegangen sind im Alltagsstress, dann wird es Zeit, diese wieder hervor zu holen.

Vielleicht sagen Sie jetzt: “Visionen, das ist doch nur was für Träumer. Ich muss jeden Tag sehen, wie ich mein Unternehmen am Laufen halte. Das ist schwer genug. Da habe ich für sowas keine Zeit.”

Das ist sehr schade, denn genau das ist ein Punkt, welcher einen wirklichen Unternehmer auszeichnet.

Nämlich die Fähigkeit, Visionen und Ziele zu haben, diese zu kommunizieren und zu leben.

Denken Sie einmal an Ihre Zeit als Angestellter zurück. Da wurde Ihnen vorgegeben, wie Sie Kundenakquise zu machen haben, wie Sie mit den Mitarbeitern umgehen sollen usw. Bestimmt haben Sie sich öfter über unsinnige Anweisungen oder bürokratische Abläufe geärgert und sich gedacht, das könnten Sie besser und effizienter erledigen. Das war ja auch einer der Gründe, warum Sie sich für eine Selbständigkeit entschieden haben.

Am Anfang lief auch alles gut an, Sie haben mit Begeisterung Akquise gemacht und die ersten Aufträge besetzt. Sehr schnell hatten Sie 10-15 Mitarbeiter und plötzlich geriet das Unternehmen ins Stocken. Inzwischen sind Sie den ganzen Tag auf Achse, telefonieren, führen Kunden- und Bewerbergespräche, kümmern sich um den Papierkram und trotzdem geht es nicht mehr richtig voran. Die erste Euphorie ist verflogen und jetzt fällt es Ihnen sogar manchmal schwer, sich richtig zu motivieren und mit dem anfänglichen Elan weiterzumachen.

In solchen Situationen sind Ihre Unternehmensvision und Ihre Ziele sehr hilfreich.

Sie sind sozusagen Ihr Leitstern, nach dem Sie sich ausrichten können, wenn Ihnen im Alltagsstress die Orientierung  abhandenkommen sollte. Stellen Sie sich vor, Sie sind Kapitän auf Ihrem Schiff. Sie wissen, welchen Hafen Sie in welchem Zeitraum ansteuern sollen und halten Kurs dahin. Plötzlich geraten Sie in einen schweren Sturm. Da versuchen Sie, das Schiff so zu steuern, dass es erstens wenig Schaden nimmt und zweitens so gut wie möglich auf Kurs bleibt, damit es nicht zu weit abtreibt und es dann nicht mehr in der vorgegebenen Zeit in den Hafen schafft. Sie bleiben als Kapitän auf der Brücke und  steuern Ihr Schiff. Da rennen Sie auch nicht zwischenzeitlich in den Maschinenraum und schaufeln Kohle nach (bildlich gesprochen, ich weiß, dass die meisten Schiffe heute nicht mehr mit Kohle fahren)  oder laufen zu Ihren Matrosen, um ihnen zu sagen, dass sie eine Schwimmweste anziehen sollen.

Genauso geht es Ihnen als Unternehmer. Sie müssen das Ziel im Auge und den Überblick über das Ganze behalten. Sie müssen geeignete Maßnahmen ergreifen, um das Schiff bzw. Ihr Unternehmen auf Kurs zu halten. Dafür brauchen Sie eine starke Vision und konkrete Ziele. Wohin wollen Sie sonst in einer Krisensituation steuern, wie wollen Sie sonst Ihre Mitarbeiter motivieren, Ihnen zu folgen?

Wenn Sie in so einer  Situation anfangen, sich z.B. in die Arbeit Ihrer Disponenten einzumischen und selber wieder Akquise machen, weil Ihnen alles nicht schnell genug geht, dann sind Sie gerade beim Kohle nachschaufeln.

Wer steht dann auf der Brücke?

Viel wichtiger wäre es zu erkennen, warum der Disponent nicht genügend Umsatz bringt und mit welchen Maßnahmen Sie das Ergebnis verbessern können. Es ist auch hilfreich, das zu erkennen, bevor die Krisensituation da ist. Das können Sie aber nur, wenn Sie den Kopf freihaben, um auf diese Dinge zu achten. Wenn Sie selbst bis zum Hals in Fachaufgaben stecken (also Kohle schaufeln) haben Sie keine Zeit, um heraus zu finden, warum Ihr Heizer nicht genug schaufelt.

Gründe dafür können sein:

  1. Ihr Heizer weiß nicht, wie man effizient Kohle schaufelt. (Ihr Disponent kennt keine Vertriebstechniken und arbeitet planlos.)
  2. Die Schaufel ist zu klein oder kaputt. (Ihr Disponent hat einen schlecht ausgestatteten Arbeitsplatz, die Software funktioniert nicht richtig, er muss sich das Telefon mit einem anderen teilen usw.)
  3. Es gibt so viel Kohle zu schaufeln, dass ein Heizer es unmöglich schaffen kann. (Ihr Disponent kann nicht den gesamten Vertrieb, die Kundenbetreuung, die Mitarbeitersuche und -betreuung plus Administration alleine machen.)
  4. Ihr Heizer denkt sich: “Meinem Kapitän kann ich sowieso nichts recht machen, warum soll ich hier mehr arbeiten als unbedingt nötig.” (Ihr Disponent fühlt sich nicht ernst genommen und ist demotiviert, weil Sie sich ständig einmischen und alles besser wissen.)
  5. Ihr Heizer verlässt sich darauf, dass Sie kommen, wenn es brenzlig wird und seine Arbeit machen werden. (Ihr Disponent lebt nach dem Motto:”Toll, der Chef macht’s, dumm stellen schafft Freizeit!”)
  6. Ihr Heizer weiß gar nicht, wo es hingehen soll und dass es dafür nötig ist, schneller zu schaufeln. (Ihr Disponent kennt nicht die Unternehmensziele, er bekommt auch keine Ziele für und kein Feedback zu seiner Arbeit.)

Und da sind wir wieder bei dem Punkt der Vision und der Unternehmensziele. Wenn Sie selbst nicht wissen, warum Sie Ihr Unternehmen betreiben und was Sie damit erreichen wollen, wie soll Ihr Disponent das wissen? Wenn Sie ihm keine Ziele vorgeben, verfolgt er seine eigenen Ziele. Und diese decken sich eher selten mit Ihren Zielen!!!

Also schaufeln Sie sich Zeit frei für Unternehmeraufgaben.

Hier im Blogartikel “Vorangehen oder Hinterherlaufen?” bin ich auf diese Thematik bereits eingegangen.

Beschäftigen Sie sich beispielsweise mit Ihrer Vision und Ihren Unternehmenszielen und -werten. Kommunizieren Sie diese auch kontinuierlich nach außen.

Wie weit leben Sie schon Ihre Unternehmervision? Kennen alle Ihre Mitarbeiter die Ziele und Werte Ihres Unternehmens? Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen!

 


In den nächsten Wochen dreht sich hier im Blog alles um das Thema Unternehmer werden und sein.

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