Vorangehen oder Hinterherlaufen?

Vorangehen oder Hinterherlaufen?

Wie Sie vom Reagieren wieder zum Agieren kommen!

Vorangehen oder Hinterherlaufen Kennen Sie das auch: Den ganzen Tag waren Sie in Ihrem Unternehmen auf Achse,

haben schnell einen Mitarbeiter zum Einsatz gefahren, dann mit einem wütenden Kunden telefoniert und versucht, die Wogen zu glätten. Anschließend mussten Sie Ihrem neuen Disponenten die Funktionen der Datenbank erklären, während ein unzufriedener externer Mitarbeiter schon darauf wartete, mit Ihnen sprechen zu können.

Ständig klingelte das Telefon und kurz vor Feierabend meldet noch ein Kunde unerwartet zwei Ihrer Mitarbeiter ab und Sie haben keine Ahnung, wo Sie so schnell einen neuen Einsatz her bekommen sollen.

Also wissen Sie schon, wie Ihr Tag morgen verlaufen wird, nämlich Akquise, Akquise, Akquise.

Eigentlich wollten Sie sich ja Zeit für den neuen Disponenten nehmen und ihn einmal richtig in die Arbeitsabläufe einweisen und bei seinen ersten Akquiseversuchen unterstützen. Seit längeren liegen auch schon Bewerbungen auf Ihrem Schreibtisch, die Sie sich anschauen und vielversprechende Kandidaten zum Gespräch einladen wollten. Außerdem müssten Sie dringend die Unterlagen für das Steuerbüro fertigmachen.

Und überhaupt wollten Sie sich mal in Ruhe Gedanken machen, wie es mit Ihrem Unternehmen in der Zukunft weitergehen soll, Marketingaktivitäten planen, ein Kundenbindungsprogramm entwickeln, Ihre Website pflegen usw.

Aber das alles muss jetzt wieder warten.

Schließlich können Sie es sich als kleines Unternehmen finanziell nicht erlauben, zwei Mitarbeiter längere Zeit auf Firmenstunden zu haben.

Irgendwie fühlen Sie sich inzwischen genauso gefangen wie als Angestellter. Dabei sind Sie doch Unternehmer geworden, um mehr Freiheiten zu haben und Dinge nach Ihren Vorstellungen zu gestalten.

So wie Ihnen geht es ganz vielen Unternehmern.

Man ist mit hohen Erwartungen und großen Plänen in die Selbständigkeit gestartet und nach einiger Zeit findet man sich im Alltagstrott wieder. Man fühlt sich wie im Hamsterrad, je schneller Sie treten, umso schneller dreht es sich.

Sie reagieren nur noch auf die äußeren Umstände, aber Sie agieren nicht mehr.

Sie gehen nicht mehr in die Offensive, sie beeindrucken die Kunden nicht mehr mit einem neuen Angebot , einer verbesserten Dienstleistung oder interessanten Aktionen, sondern Sie versuchen nur noch, den Anforderungen der Kunden, der Mitarbeiter und der Behörden halbwegs gerecht zu werden. Sie reagieren nur noch auf deren Ansprüche.

Sie wissen zwar, daß Sie etwas ändern müssten, aber nicht, was zuerst und vor allem wann Sie das machen sollen.

Wichtig ist jetzt, daß Sie langsam wieder ins Agieren kommen.

Dazu müssen Sie sich als erstes etwas Zeit pro Woche freischaufeln. Und diese dann auch für Ihre unternehmerischen Aufgaben freihalten!!!

Unternehmer sein heißt nicht, alles selber zu machen sondern klug zu delegieren und dann nur noch die Ausführung und das Ergebnis zu kontrollieren.

Wie klappt das mit dem Zeitfenster? Schauen Sie sich mal Ihre Tages- und Wochenaufgaben an. Was kostet die meiste Zeit, was muss auf jeden Fall erledigt werden? Welche Aufgaben mögen Sie nicht so, die aber trotzdem gemacht werden müssen? Was könnte man zusammenfassen und was kann man delegieren? Sie müssen und können nicht alles selber machen.

Holen Sie sich Hilfe und Unterstützung.

Dies muss auch nicht so teuer sein. Schon kleine Dinge helfen Ihnen weiter. Hier einige Beispiele:

  • Stellen Sie auf 450 €-Basis einen erfahrenen Mitarbeiter ein, der Sie entweder bei der Telefonakquise unterstützt, sollte das Ihre Schwachstelle sein oder
  • der Ihnen bei der Administration (Stundenzettel eingeben, Rechnungen schreiben, Personalakten pflegen, Belege sortieren usw. ) unter die Arme greift.
  • Holen Sie sich einen Studenten oder Schüler, der sich mit Webseitenpflege und Online-Marketing auskennt und lassen Sie regelmäßig Ihre Webseite auf Vordermann bringen und sich bei Ihren Online-Aktivitäten helfen. Wenn da jemand fit ist, dann braucht er auch keine …zig Stunden pro Woche dafür.
  • Delegieren Sie auch mehr Aufgaben an Ihre Disponenten. Sie müssen nicht jeden Kunden, der einmal im Jahr eine Hilfskraft für 14 Tage bestellt, persönlich betreuen. Das kann ihr Disponent machen. Investieren Sie lieber Ihre Zeit in die Kunden, die regelmäßig und langfristig bestellen.
  • Erstellen Sie Checklisten für Ihre internen Mitarbeiter, wie bestimmte, immer wiederkehrende Aufgaben abzuarbeiten sind. Die Mitarbeiter gewöhnen sich besser daran, sie müssen nicht jedes Mal nachfragen, wie was geht und Ihnen erleichtert es die Kontrolle.
  • Nutzen Sie Trainings für Ihre Disponenten, um sie für die täglichen Aufgaben fit zu machen. Es gibt auch Online-Trainings, da sind Ihre Disponenten nicht den ganzen Tag weg und sie haben keine Reisekosten.

Sicherlich fällt Ihnen noch so einiges ein, wie Sie sich in Ihrer Situation entlasten können.

Wichtig ist, daß Sie für den Anfang pro Woche 2-3 Stunden freie Zeit bekommen, in der Sie an Ihrem Unternehmen arbeiten können.

Suchen Sie sich dazu einen ruhigen Ort, eventuell auch außerhalb der Firma, wo Sie ungestört sind. Versuchen Sie, Ihren Kopf frei zu kriegen von den alltäglichen Anforderungen und betrachten Sie Ihr Unternehmen mal als Gesamtbild. Stellen Sie sich dazu folgende Fragen:

  • Was waren Ihre Ziele, als Sie das Unternehmen gegründet haben?
  • Konnten Sie davon schon einige erreichen bzw. sind auf dem Weg dorthin?
  • Wenn nein, was hat Sie bisher daran gehindert?
  • Wo steht der Markt bezüglich der Kunden, Mitbewerber und Mitarbeiter heute im Vergleich zur Zeit der Gründung?
  • Welche Ziele müssen unter diesen Umständen an geänderte Gegebenheiten angepasst werden?
  • Was könnten Sie Ihren Kunden neben der klassischen Personaldienstleistung noch an Mehrwert bieten?
  • Wie machen Sie sich als Arbeitgeber attraktiv für die Bewerber und Ihre Mitarbeiter?
  • Wo gibt es sonst noch Probleme im Unternehmen? Wie könnten Sie diese lösen?

Tauschen Sie sich mit anderen Unternehmern auch aus anderen Branchen aus.

So ein Blick über den Tellerrand kann sehr hilfreich und inspirierend sein. Oft gibt es da tolle Ideen, die Sie in abgewandelter Form für Ihr Unternehmen nutzen können.

Denken Sie dabei an Ihr Netzwerk, welches Sie hoffentlich fleißig aufbauen und pflegen. Im Blogbeitrag “Verkaufen Sie noch oder Netzwerken Sie schon?” bin ich bereits auf die Vorteile eines gepflegten Netzwerkes eingegangen.

Natürlich können Sie diese Fragen nicht alle in einer Sitzung klären. Deswegen ist Regelmäßigkeit so wichtig. Planen Sie diese Zeit (mindestens einmal wöchentlich) fest in Ihrem Terminkalender ein.

Gehen Sie diesen Fragen nach!

Finden Sie Lösungsansätze, planen Sie Umsetzungsstrategien, entwickeln Sie wieder neue Ideen und Visionen und empfinden Sie letztendlich wieder Freude am Unternehmersein.

Denn das ist Ihr eigentlicher Job als Unternehmer! Arbeiten Sie an Ihrem Unternehmen und nicht nur in ihm.

Sie sollen nicht Ihr bester Mitarbeiter sein, sondern Sie sollen Ihr Unternehmen lenken, weiterentwickeln und in die Zukunft führen. Wenn Sie keine Visionen und Ideen für die Zukunft haben, können Sie das auch nicht von Ihren Mitarbeitern erwarten.

Sie sind für Ihr Unternehmen selbst verantwortlich.

 

Was sind Ihre Erfahrungen damit? Reflektieren Sie regelmäßig über Ihr Unternehmen und entwickeln neue Ideen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.


 

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